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Besser zu durchdenken:
Raabe im Sterben, als ihm seine Frau ĂŒber die Stirn strich: "Das ist schön."
Der Großvater, der sein Enkelkind mit zahnlosem Mund anlacht.
Es ist unleugbar ein gewisses GlĂŒck, ruhig hinschreiben zu dĂŒrfen: "Ersticken ist unausdenkbar fĂŒrchterlich." Freilich unausdenkbar, und so wĂ€re also doch wieder nichts hingeschrieben.
Tagebuch 20.12.1921
Die Außendinge selbst berĂŒhren die Seele auf keinerlei Weise. Sie haben keinen Zugang zu ihr und können die Seele weder umstimmen noch irgendwie bewegen. Sie erteilt sich vielmehr selber allein Stimmung und Bewegung, und nach Maßgabe der Urteile, die sie ĂŒber ihre eigene WĂŒrde fĂ€llt, schĂ€tzt sie auch die Ă€ußeren GegenstĂ€nde höher und niedriger.
"Selbstbetrachtungen"
Gott kann ebensowenig Gleichnisse leiden, als er leiden kann, dass er nicht Gott ist. Gleichnis ist das, was nicht an Gott ist. In der Gottheit und in der Ewigkeit ist Einssein, aber Gleichheit ist nicht Einssein. Bin ich eins, so bin ich nicht gleich. Gleichheit ist nicht die Form des Wesens in der Einheit, dieses gibt mir Einssein in der Einheit, nicht Gleichsein.
Wem in einem anders ist als im andern und wem Gott lieber in einem als im andern ist, der Mensch ist gewöhnlich und noch fern und ein Kind. Aber wem Gott gleich ist in allen Dingen, der ist zum Mann geworden. Aber wem alle Kreaturen ĂŒberflĂŒssig und fremd sind, der ist zum Rechten gekommen.
In Gefahr und grosser Noth
Bringt der Mittel-Weg den Tod.
Die Einsamkeit macht uns hĂ€rter gegen uns und sehnsĂŒchtiger gegen die Menschen: in beidem verbessert sie den Charakter.
Heil sei allen, die sich lieben! Fluch denen, die nie Liebe fĂŒhlten und schwersten Fluch jenen, die die Liebe anderer hindern!
"Pompeji" von August Mau (1900)
Die – von den meisten nicht intendierten, aber sich hĂ€ufenden – SchulterschlĂŒsse der „Antideutschen“ mit Rechten sind unweigerlich eine Konsequenz der inneren Logik ihrer Ideologie. Wer vorgibt, eine Wiederholung von Auschwitz durch neoimperialistische Machtentfaltung, Marktradikalismus, Kulturkampf, die Verherrlichung des MilitĂ€rs der westlichen Welt und seiner Waffengewalt ausschließen zu können, hat Marx gegen Machiavelli eingetauscht. Wer Juden zwangszionisieren will und jene, die sich weigern, mit Kampfbegriffen wie „selbsthassende Juden“, „Antisemiten“ und „VerrĂ€ter“ beleidigt, wird in den Armen von Daniela Weiss, Geert Wilders oder noch viel schlimmeren Gesellen aufwachen – wenn er aufwacht. Wer, wie die „Antideutschen“ es tun, den Antisemitismusbegriff bis zur Unkenntlichkeit inflationiert und damit der nach wie vor notwendigen Antisemitismuskritik ihrer Wirkmacht beraubt und die Opfergeschichte des jĂŒdischen Kollektivs schamlos fĂŒr die Legitimierung von Mord und Totschlag ausbeutet, hat auch nichts anderes verdient.
Auf den Geist muß man schauen. Denn was nĂŒtzt ein schöner Körper, wenn in ihm nicht eine schöne Seele wohnt.
Dieser - von den Juden her betrachtet (und der wache Christ, der sich selbst ernst nimmt, muß dies wĂŒrdigen) - grĂ¶ĂŸte Raubzug der Weltgeschichte fĂŒhrt das Alte Testament in den Dienst der christlichen Kirche ĂŒber: Was in ĂŒber tausend Jahren jĂŒdische Propheten, Priester, KĂŒnder, Söhne, VĂ€ter des jĂŒdischen Volkes an Gebet, Opfer, Liturgie, Dichtung, Wortaussage geschaffen haben - unter unsĂ€glichen Leiden und Schmerzen, lange vor und lange nach der Babylonischen Gefangenschaft -, wird nun, als Beutegut des "neuen Israel", der Kirche, zum unantastbaren Erbgut der Kirche.
"Gottes erste Liebe"
Der etwas Ă€ltere Mensch ist nicht mehr gefĂ€hrdet durch die Nachstellungen weiblicher Frauen. Weil sie wissen, dass der verstorbene Geschlechtstrieb so leicht nicht mehr zu erwecken ist. Und er selbst, also der ehemalige Sexbereite, vergisst nach und nach seine Sexwilligkeit und erspart sich damit viel Ärger. Wenn er nicht mehr daran denkt, was ihn bis da ja völlig ausfĂŒllte, kann er sich endlich mit vernĂŒnftigen Denkthemen beschĂ€ftigen. Oder er kann etwas lesen.
BILD (2011)
Wir finden fernerhin, und das ist sehr wichtig, daß gerade die primitivsten Menschen, die JĂ€ger und Sammler, die also am Beginn aller Zivilisation stehen, daß diese gerade die am wenigsten aggressiven Menschen sind. Wenn die AggressivitĂ€t eingeboren wĂ€re, dann sollten ja die die AgressivitĂ€t am deutlichsten zeigen. WĂ€hrend man umgekehrt zeigen kann, daß mit dem Wachstum der Zivilisation vom, sagen wir mal, vom Jahre 3000, 4000 vor Christus an, mit dem Aufbau von großen StĂ€dten, Königen, Hierarchien, Armeen, mit der Erfindung des Krieges, mit der Erfindung der Sklaverei - und ich sage absichtlich "Erfindung", denn das alles sind nicht naturgegebene PhĂ€nomene - daß damit auch der Sadismus, die AggressivitĂ€t, die Lust zum Unterwerfen und zum Zerstören in einem ungeheuren Maß grĂ¶ĂŸer ist als sie es war unter den ganz primitiven, vorgeschichtlichen Menschen.
Alle machen sich Gedanken, wie man Terrorismus beenden kann. Nun, es gibt einen wirklich einfachen Weg: indem man damit aufhört, daran teilzunehmen.
Er hat viele Richter, sie sind wie ein Heer von Vögeln, das in einem Baum sitzt. Ihre Stimmen gehen durcheinander, die Rang- und ZustĂ€ndigkeitsfragen sind nicht zu entwirren, auch werden die PlĂ€tze fortwĂ€hrend gewechselt. Einzelne erkennt man aber doch wieder heraus, zum Beispiel einen, welcher der Meinung ist, man mĂŒsse nur einmal zum Guten ĂŒbergehn und sei schon gerettet ohne RĂŒcksicht auf die Vergangenheit und sogar ohne RĂŒcksicht auf die Zukunft. Eine Meinung, die offenbar zum Bösen verlocken muß, wenn nicht die Auslegung dieses Übergangs zum Guten sehr streng ist. Und das ist sie allerdings, dieser Richter hat noch nicht einen einzigen Fall als ihm zugehörig anerkannt. Wohl aber hat er eine Menge Kandidaten um sich herum, ein ewig plapperndes Volk, das ihm nachĂ€fft. Die hören ihn immer...
"Er", 14. Januar 1920
Wenn man von oben hinunterschaut auf den kleinen blauen Planeten mit seiner dĂŒnnen SchutzhĂŒlle und dem unendlichen Schwarz drumherum, wird klar, dass wir unseren Heimatplaneten viel mehr als Geschenk erkennen sollten, denn wir haben nur einen.
Was Gott fĂŒr sich selbst ist, das kann niemand begreifen. Gott ist fĂŒr sich selbst in allen Dingen, Gott ist alle Dinge in allen Dingen und Gott ist jedem Dinge allzumal alle Dinge. So soll die Seele sein. Gott ist keinem Dinge völlig nichts, Gott ist fĂŒr sich selbst nicht völlig nichts, Gott ist nichts, was man in Worte fassen kann.
Selbst im Fall einer Revolution wĂŒrden die Deutschen sich nur Steuerfreiheit, nie Gedankenfreiheit erkĂ€mpfen.
Die Bush-Regierung hat sehr wohl moralische Werte. Ihre moralischen Werte sind sehr explizit: poliere die Stiefel der Reichen und MĂ€chtigen, trete allen anderen in's Gesicht, and lass die Enkelkinder dafĂŒr zahlen. Dieses einfache Prinzip schreibt fast alles vor, das geschieht.
Interview mit Steve Scher (20. April, 2005)
Da verliert sich das Herz in dieser kleinen Unruhe und vergisst seinen großen Heimweg. Unvorbereitet, an nichtige niedrige Spielereien hingegeben, könnte es von seiner Stunde ĂŒberrascht werden, um kleiner Freuden willen die eine große verkauft zu haben. Ich erkenne es, mein Herz erkennt es nicht. Es trĂ€umt fort, unbelehrbar, von mir lĂ€stigen MĂ€chten eingewiegt, schwankend zwischen Lust und Traurigkeit. 
 O, wenn mein Herz tausendmal an den SchĂ€tzen hĂ€ngt, und sei es bloß die Liebe zum sĂŒĂŸen Leben, reiß mich los, gegen meinen Willen, denn ich bin zu schwach, es zu tun, vergĂ€lle mir alle Freuden, laß mich elend sein und Schmerzen fĂŒhlen, bevor ich meine Seligkeit vertrĂ€ume.
Herbst 1941
Ich will ja gar nichts anderes, als dass die Welt so eingerichtet wird, dass die Menschen nicht ihre ĂŒberflĂŒssigen AnhĂ€ngsel sind, sondern dass, in Gottes Namen, die Dinge um der Menschen willen da sind und nicht die Menschen um der Dinge willen, die sie noch dazu selbst gemacht haben. Und dass sie sie selbst gemacht haben, dass die Institutionen schließlich auf die Menschen zurĂŒckweisen, das ist fĂŒr mich jedenfalls ein sehr geringer Trost.