node created 2019/09/29
Daher schweig und schwatze nicht von Gott, denn damit, dass du von ihm schwatzest, lĂŒgst du, tust also SĂŒnde. Willst du nun ohne SĂŒnde sein und vollkommen, so schwatze nicht von Gott. Du sollst auch nichts verstehen unter Gott, denn Gott ist ĂŒber allem Verstehen. Es sagt ein Meister: HĂ€tte ich einen Gott, den ich verstehen könnte, ich wollte ihn nimmer fĂŒr Gott halten. Verstehst du nun etwas unter ihm, davon ist er nichts, und damit, dass du etwas unter ihm verstehst, kommst du in eine Unverstandsamkeit, und von der Unverstandsamkeit kommst du in eine Tierheit; denn was an den Kreaturen unverstĂ€ndig ist, das ist tierisch. Willst Du nicht tierisch werden, so verstehe nichts von dem ungeworteten Gotte. »Ach, wie soll ich denn tun?« Du sollst ganz und gar entsinken deiner Deinheit und sollst zerfliessen in seine Seinheit und es soll dein Dein in seinem Mein ein Mein werden, so gĂ€nzlich, dass du mit ihm ewiglich verstehst seine ungewordene Istigkeit und seine ungenannte Nichtheit.
"Von der Erneuerung des Geistes"
So unmöglich es ist, dass Gott das Wesen verliert, das er ist, so unmöglich ist es, dass Gott sein ewiges Wort in Bildern oder in Lauten aussprechen kann.
Was Gott fĂŒr sich selbst ist, das kann niemand begreifen. Gott ist fĂŒr sich selbst in allen Dingen, Gott ist alle Dinge in allen Dingen und Gott ist jedem Dinge allzumal alle Dinge. So soll die Seele sein. Gott ist keinem Dinge völlig nichts, Gott ist fĂŒr sich selbst nicht völlig nichts, Gott ist nichts, was man in Worte fassen kann.