node created 2019/09/29
Wenn du annimmst, dass es keine Hoffnung gibt, dann garantierst du, dass es keine Hoffnung gibt. Wenn du aber annimmst, dass es einen Instinkt zur Freiheit gibt, dass es Möglichkeiten gibt, Dinge zu ändern, dann gibt es auch die Möglichkeit, dass du dazu beitragen kannst, die Welt besser zu machen.
Mein Augenmerk liegt vor allem auf dem Terrorismus und der Gewalt, die von meinem eigenen Staat ausgef√ľhrt werden, aus zwei Gr√ľnden. Erstens, weil es den Hauptteil internationaler Gewalt ausmacht. Aber auch aus einem viel wichtigeren Grund; n√§mlich, dass ich etwas dagegen tun can. Selbst wenn die Vereinigten Staaten f√ľr nur zwei Prozent der Gewalt in der Welt verantwortlich w√§ren, w√§ren das die zwei Prozent f√ľr die ich vor allem verantwortlich w√§re. Und dies ist eine simple ethische Beurteilung. Das hei√üt, der ethische Wert unserer Handlungen h√§ngt von ihren erwarteten und vorhersehbaren Konsequenzen ab. Es ist sehr einfach, die Abscheulichkeiten anderer zu verdammen. Das hat ungef√§hr so viel ethischen Wert wie Gr√§ueltaten, die im Achtzehnten Jahrhundert stattfanden, zu verurteilen.
Es ist durchaus m√∂glich, √ľberw√§ltigend wahrscheinlich, k√∂nnte man vermuten, dass wir √ľber das Leben und die Pers√∂nlichkeiten von Menschen stets mehr aus Romanen lernen werden, als von der wissenschaftlichen Psychologie.
In den Vereinigten Staaten ist das politische System nur am Rande von Bedeutung. Es gibt zwei sogenannte Parteien, aber sie sind in Wirklichkeit Fraktionen der gleichen Partei, der Gesch√§ftspartei. Beide repr√§sentieren eine Reihe von Gesch√§ftsinteressen. Sie k√∂nnen sogar ihre Positionen um 180 Grad wenden, ohne dass es √ľberhaupt jemand merkt.
Interview mit Adam Jones, 20. Februar 1990
Die Bush-Regierung hat sehr wohl moralische Werte. Ihre moralischen Werte sind sehr explizit: poliere die Stiefel der Reichen und M√§chtigen, trete allen anderen in's Gesicht, and lass die Enkelkinder daf√ľr zahlen. Dieses einfache Prinzip schreibt fast alles vor, das geschieht.
Interview mit Steve Scher (20. April, 2005)
Die intellektuelle Tradition ist eine des Buckelns vor Macht, und wenn ich sie nicht betr√ľgen w√ľrde, w√ľrde ich mich meiner selbst sch√§men.
Keiner steht einfach auf und sagt "Ich werde mir das hier nehmen, weil ich es will." Er wird sagen, "Ich werde es nehmen, weil es ja eigentlich mir geh√∂rt, und es besser f√ľr alle w√§re, wenn ich es h√§tte." Das trifft auf Kinder zu, die sich um Spielzeug streiten, und auch auf Regierungen, die in Kriege ziehen. Niemand ist jemals in einen Angriffskrieg involviert; es ist immer ein Verteidigungskrieg - auf beiden Seiten.
Jeder m√§chtige Staat verl√§sst sich auf Spezialisten, deren Aufgabe es ist, zu zeigen, dass das, was die Starken tun, nobel und gerecht ist, und dass es die Schuld der Schwachen ist, wenn diese leiden. Im Westen nennt man diese Spezialisten "Intellektuelle", und sie, mit kaum nennenswerten Ausnahmen, erf√ľllen ihre Aufgabe mit gro√üer Fertigkeit und Selbstgerechtigkeit, egal wie lachhaft ihre Behauptungen sind, in dieser Praxis, die sich bis zu den Urspr√ľngen aufgezeichneter Geschichte zur√ľckverfolgen l√§sst.
Der effektivste Weg, Demokratie zu beschränken, ist das Treffen von Entscheidungen von der öffentlichen Sphäre hin zu Institutionen zu verlagern, die nicht zur Rechenschaft gezogen werden können: Könige und Prinzen, Priesterkasten, Militärjuntas, Parteidiktaturen, oder moderne Unternehmen.
Die Kultur der Terrors zielt darauf ab, die Hoffnungen der Mehrheit auf Alternativen zu den Vorstellungen der Herrschenden zu zähmen.
Indoktrination ist keineswegs inkompatibel mit der Demokratie. Vielmehr ihre Essenz. Ohne Kn√ľppel, ohne Kontrolle durch Gewalt muss man das Denken kontrollieren. Dazu greift man zu dem, was in ehrlicheren Zeiten Propaganda genannt wurde.
Die B√ľrger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse f√ľr geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu k√∂nnen.
Die amerikanische Gesellschaft ist heute zivilisierter als fr√ľher. Das verdanken wir der Entwicklung in den sechziger Jahren. Unsere Gesellschaft, und auch die in Europa, wurde damals freier, offener, demokratischer und damit f√ľr viele furchteinfl√∂√üend. Daf√ľr wurde diese Generation verurteilt. Aber es hat Wirkung gezeigt.
SPIEGEL 41/2008, S. 185
Die intellektuelle Welt ist zutiefst konformistisch.
SPIEGEL 41/2008, S. 185
Dieser Konsumismus gr√ľndet darin, dass wir eine Gesellschaft sind, die von Gesch√§ftsinteressen dominiert wird. Es gibt eine massive Propaganda, die jedermann zum Konsum anh√§lt. Konsum ist gut f√ľr die Gewinne, und Konsum ist gut f√ľr das politische Establishment. [...] Konsum lenkt die Menschen ab. Die eigene Gesellschaft l√§sst sich schlecht mit der Armee kontrollieren, aber sie l√§sst sich durch Konsum ablenken. Die Wirtschaftspresse ist da deutlich zielgerichtet.
SPIEGEL 41/2008, S. 183
Alle machen sich Gedanken, wie man Terrorismus beenden kann. Nun, es gibt einen wirklich einfachen Weg: indem man damit aufhört, daran teilzunehmen.
Leute mit Macht verstehen genau eine Sache: Gewalt.
"Understanding Power" (2002)
Mutwilliges Töten unschuldiger Zivilisten ist Terrorismus und kein Krieg gegen den Terrorismus.
"9-11" (2001)
Was kann man √ľber ein Land sagen, in dem ein wissenschaftliches Museum in einer gro√üen Stadt ein Ausstellungsst√ľck hat, wo die Leute von einem Helikopter aus mit einem Maschinengewehr auf H√ľtten in Vietnam feuern, mit aufblitzendem Licht, wenn ein Treffer gelandet wird? Was kann man √ľber ein Land sagen, in dem solch eine Idee √ľberhaupt nur in Erw√§gung gezogen wird? Man mu√ü um dieses Land weinen.
"American Power and the New Mandarins" (1969)